"Liegen bleiben ist keine Option"
Er hat die Jugendkultur der vergangenen Jahrzehnte mitgeprägt. Er gilt als Vater der deutschen Skater-Szene. Er hat ein Unternehmen mit fast 600 Mitarbeitern aufgebaut, ist beinahe pleite gegangen, musste fast von vorne angefangen: Titus Dittmann, Geschäftsführer der titus GmbH, Münster, gibt nicht auf. „Mut ist, wenn man es trotzdem macht“, sagt er.
Am Montag war er beim Marketing Club Weser-Ems zu Gast und erzählte von Wachstum, Erfolg und Scheitern. Eingeladen hatten der Marketing Club und die Landessparkasse zu Oldenburg. Zahlreiche Gäste waren erschienen.
Innerhalb der letzten 30 Jahre hat Tituis Dittmann die Skateboard-Szene aufgemischt. „Lord of the boards“ nennt man ihn und das findet er gut. Er hat früh erkannt, das Skaten mehr ist als ein Trendsport. Heute ist das Unternehmen Titus europaweit führend im Einzelhandel mit Skateboards und Streetwear. Mit 38 Titus-Shops, Versand- und Onlinehandel, Events und Medien bedient das Multi-Channel-System die Bedürfnisse der Jugendlichen Kunden.
Woher kommt die Leidenschaft fürs Skaten? „Es war Liebe auf den ersten Blick“ sagt er. 1977 hat er in Münster die ersten Skateboarder live gesehen und war fasziniert. Eigentlich ist er Lehrer, doch die Skateboards lassen ihn nicht mehr los. Er beginnt, mit den Brettern zu handeln. Und ist erfolgreich.
Fast 600 Mitarbeiter hat sein Unternehmen. Dann will er an die Börse. Doch das geht schief. 2005 ist der Tiefpunkt. Nichts geht mehr. Doch er macht weiter – mit der Titus GmbH und nach knallharter Sanierung. „Immer wieder aufstehen“, das habe er von den Skatern gelernt. „Liegen bleiben ist keine Option.“
NWZ-Inside - Titus Dittmann: Der etwas andere Lobbyist |