Oldenburg ohne „Oldenburger“
Samstag, 05.11.2005
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| Das Ende eines Kühlhauses: Große Bagger reißen den Ende der 60er Jahre an der Wilhelmshavener Heerstraße errichteten Bau derzeit ab. Der Molkereiriese Nordmilch will das Grundstück nach dem Abriss verkaufen. BILD: DEHMER |
WIRTSCHAFT Nordmilch gibt Riesen-Logo am Kühlhaus nicht heraus
Das alte Kühlhaus wird abgerissen. Für das Logo an der Fassade interessiert sich die Stadt.
Von Rainer Dehmer
OLDENBURG - Bagger legen an der Wilhelmshavener Heerstraße ein Stück Stadtgeschichte in Trümmer: Nach dem ehemaligen Verwaltungskomplex der MZO (Milchzentrale Oldenburg) wird nun auch das seit 2001 leer stehende Kühlhaus abgerissen. Damit verschwindet der letzte Hinweis auf die Erfolgsmarke „Oldenburger“ aus dem Stadtbild.
„Das muss nicht sein“, meint Jochen Deertz, Präsident des Marketing-Clubs Weser-Ems. Seine Idee: Die Stadt sollte sich das an der Fassade des Kühlhauses angebrachte etwa acht Meter breite Oldenburger-Logo sichern. „Man könnte das weltweit bekannte Markenzeichen vielleicht am Bahnhof als Werbung für Oldenburg aufstellen“, sagt er.
Die Stadt nimmt die Anregung gerne auf, sagt Stadtsprecher Jürgen Krogmann. Mitarbeiter des Stadtmuseums sollen prüfen, inwieweit sich das große Logo verwenden lässt und wo es zunähst gelagert werden kann.
Mit diesen Überlegungen ist der Molkereiriese Nordmilch, in dem die MZO 1999 per Fusion aufgegangen ist, allerdings gar nicht einverstanden. Das Bremer Unternehmen hat keineswegs vor, sich von dem Riesen-Logo zu trennen. „Wir werden es intern verwenden. In welcher Form dies geschieht, steht noch nicht fest“, erklärt Firmensprecher Hermann Cordes.
Unter dem Namen „Oldenburger“ präsentiert sich Nordmilch übrigens nur noch außerhalb der EU. In Japan wird z.B. „Oldenburger“ Käse, in Russland und Südafrika Butter verkauft. Cordes: „Das Logo wurde aber leicht modernisiert.“
Offen ist seinen Angaben zufolge auch die künftige Nutzung des Grundstücks an der Wilhelmshavener Heerstraße. Durch den Abriss des Ende der 60er Jahre gebauten Kühlhauses sehe man bessere Chance für den Verkauf des Geländes neben der Autowerkstatt ATU. Die Änderung des Bebauungsplan brachte der Bauausschuss am Donnerstagabend auf den Weg. Durch die Änderung soll eine mit der angrenzenden Wohnbebauung „verträgliche Bauweise“ erreicht werden.
QUELLE: Nordwest-Zeitung von Samstag, 05.11.2005
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