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Große Rolle für digitale Medien

Das Marketing dürfte sich dieser Entwicklung nicht verschließen, sagt Ronald Focken. Er referierte in Oldenburg.

Mittwoch, 13. November 2007

von Jörg Schürmeyer

 

Diskutierten über die Zukunft der Medien: (v.l.) Referent Ronald Focken, Wilhelm H. Tanke (Marketing-Club) und Ulrich Gathmann (Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft).

Diskutierten über die Zukunft der Medien: (v.l.) Referent Ronald Focken, Wilhelm H. Tanke (Marketing-Club) und Ulrich Gathmann (Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft).

OLDENBURG - Die Kommunikation befinde sich in einem grundlegenden Wandel, sagt Ronald Focken."Der Internetisierung der Medien" dürfe sich auch das Marketing nicht verschließen, so der Appell des Geschäftsführers der Münchner Kommunikations-Agentur Serviceplan am Montag bei einem Vortrag des Marketing-Clubs Weser-Ems im NWZ-Pressehaus in Oldenburg.

"Die alten Rezepte greifen nicht mehr", sagt der in Delmenhorst aufgewachsene Focken. Er verwies u.a. darauf, dass 44 Prozent der Bürger ein frei verfügbares Einkommen von unter 100 Euro haben, dass laut Studien bei 92 Prozent der Fernsehzuschauer kaum etwas aus Werbeblocks hängen bleibe, und 67 Prozent Umfragen zufolge sagen, dass Werbung nerve.

Zugleich wandele sich die Kommunikationslandschaft grundlegend. "Der Bereich der digitalen Medien hat innerhalb weniger Jahre dramatisch an Bedeutung zugenommen", so Focken. Das Handy werde als Kommunikationsmedium, etwa zum Anschauen von Filmen, immer stärker in den Mittelpunkt rücken. IPTV, Internetfernsehen, werde an Bedeutung gewinnen, und selbst Versuche, das Plakat als interaktives Medium zu nutzen, seien schon weit vorangeschritten.

Das Marketing müsste sich auf diese "Internetisierung der Medien" einstellen. Zwar seien die Umsätze im Onlinebereich in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Dennoch hinke die Entwicklung in der Onlinewerbung im Vergleich zur Onlinenutzung immer noch weit hinterher.

"Man muss die Zuschauer abholen, sie motivieren, auf Online-Plattformen zu gehen", sagt Focken. Er verwies u.a. auf erfolgreiche Fernsehsendungen wie "Deutschland sucht den Superstar", die genau auf dieses medien-übergreifende Zusammenspiel setzen. "Das Zauberwort heißt Interaktion."

Zugleich müsse sich die Werbewirtschaft noch stärker an den Zielgruppen orientieren, die sie ansprechen wolle. In bestimmten Bereichen, etwa bei Autos, komme es statt auf eine breite Streuung auf eine gezielte Ansprache nach einem genau vorgegeben Profil an. "Der Trend geht hin zur Individualkommunikation", so Focken.

Selbst auf die grundlegende Struktur von Unternehmen habe diese Entwicklung schon Einfluss genommen und werde dies weiter tun. So griffen etwa bei immer mehr Firmen Marketing und Vertrieb ineinander und könnten nicht mehr getrennt voneinander gesehen werden.

 

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