„Komm rein und finde wieder heraus“
Von Jörg Schürmeyer
Mittwoch, 13. Juni 2007
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Interessierte Zuhörer von Bernd Samland (2.v.l.): (v.l.) Matthias Steggemann, Peter-Herms Niemann (beide Litho), Helmut Loerts-Sabin und Wilhelm Tanke (beide Marketing-Club).
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Oldenburg - „Come in and find out“ – mit diesen Worten wollte vor einigen Jahren eine Parfümerie-Kette die Kunden in ihre Geschäfte locken. „Nicht bedacht hatte sie allerdings, dass zwei Drittel der Verbraucher sie nicht verstanden“, sagte Bernd Samland jetzt bei einer Vortragsveranstaltung des Marketing-Clubs Weser-Ems beim Grafikunternehmen Litho in Oldenburg. Statt „Komm herein und entdecke“ übersetzen viele den Satz mit „Komm herein und finde wieder heraus“.
„Die Englisch-Kenntnisse des deutschen Durchschnittsverbrauchers werden regelmäßig überschätzt“, erklärte Samland. Seit 15 Jahren beschäftigt sich der Chef der Kölner Firma Endmark mit „Benennungsmarketing“, also mit Namen und Slogans. In dieser Zeit ist der Anteil der englischen Begriffe in der deutschen Werbung deutlich gestiegen. Tauchte unter den 100 häufigsten Werbewörtern in den 80er-Jahren kein einziger englischer Begriff auf, waren es 2006 schon 25.
„Englisch wird häufig benutzt, um einen Mangel an Originalität zu kaschieren“, so die Erfahrung Samlands. Zwar seien Anglizismen in der Werbung nicht per se schlecht, im Gedächtnis bleiben sie häufig jedoch kaum haften. „Die Muttersprache ist als Werbesprache in den meisten Fällen emotionaler, authentischer, nachhaltiger und damit wirkungsvoller.“
Manchmal, so die Erkenntnis Samlands, scheint die richtige Übersetzung jedoch auch völlig egal zu sein. „Public Viewing“ etwa ist spätestens seit der Fußball-WM fest im Sprachgebrauch verankert. Dass der Begriff in den USA für die öffentliche Aufbahrung eines Toten steht, dürfte jedoch kaum bekannt sein.
Zumindest bei der eingangs erwähnten Parfümerie-Kette scheint man mittlerweile umgedacht zu haben: Sie macht jetzt nach eigenen Angaben „das Leben schöner“.
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