Names & Claimes
12.06.2007
Bernd M. Samland zur Frage: Ist Englisch die bessere Werbe-sprache?
Die Antwort auf diese lautet: „Meistens nein!“ In einem lebendigen Vortrag vor Mitgliedern und Gästen des Marketing-Clubs Weser-Ems referierte Bernd M. Samland, Geschäftsführer der Endmark GmbH, über das Für und Wider von Anglizismen in der deutschen Werbung.
Es ist erwiesen, dass englische Ausdrücke und Sätze in diesem Bereich zunehmen, insbesondere seit den letzten 15 Jahren. Doch in der Regel agieren die Unternehmen damit an der Zielgruppe vorbei. Viele dieser „Spots“ werden nämlich überhaupt nicht ver-standen oder noch schlimmer: missverstanden (Beispiel: „Come in and find out“).
Trotzdem gibt es Argumente für den Einsatz – zumindest, wenn man etwas verschleiern möchte (Beispiel „Anti-Aging“). Auch lässt sich damit die Du-Sie-Problematik der deutschen Sprache umge-hen. In den meisten Fällen jedoch ist die Aussage in Deutsch au-thentischer, nachhaltiger und emotionaler. „Schließlich hat auch eine Liebeserklärung immer dann die größte Wirkung, wenn sie in der Muttersprache der Zielperson ausgesprochen wird“, so Sam-land (Autor von „Unverwechselbar – Name, Claim & Marke“, Haufe Verlag). „Manchmal wollen die Werber mit den englischen Ausdrü-cken auch nur ihren Mangel an Kreativität vertuschen.“ Dabei ist das Deutsche oft viel präziser und merkfähiger.
Interessant auch die Tatsache, dass die vielen englischen Begriffe in der Werbung offenbar ein rein „deutsches Phänomen“ sind. In keinem anderen europäischen Land gibt es so viele Beispiel dafür. Stellt sich die Frage: Wollen die deutschen Unternehmen vielleicht gar nicht, dass wir ihre Botschaft verstehen? |