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Reiner Hänsch, Komponist und Produzent beim Marketing-ClubDienstag, 11. November 2008Der gute Ton der Marke
Angefangen hat er als Quereinsteiger, doch dann auch gleich bei den ganz großen Agenturen Grey und BBDO in Düsseldorf, wo er als Texter und später als Creative Director tätig war. Doch eigentlich ist es die Musik, die Reiner Hänsch im Blut liegt und die ihn so erfolgreich machte. Seit fast zwei Jahren lebt der gebürtige Sauerländer in seiner Wahlheimat nahe Varel, wo er jetzt freiberuflich für Werbeagenturen, Filmproduktionen und TV-Sender komponiert und produziert. Wer für so namhafte Kunden bzw. Marken wie Bacardi, Persil, WC-Frisch, Dr. Oetker und die LBS arbeitet, hat es geschafft. Das spürt auch das Publikum, das ihm gebannt lauscht, während er über sich und seine Arbeit plaudert. Hänschs Erfolg liegt neben dem eigentlichen musikalischen Talent vor allem in seiner Flexibilität und Offenheit. „Als Werbemusiker muss ich meinen künstlerischen Anspruch nach hinten stellen können. Es geht schließlich darum, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen. Dafür darf man sich natürlich nicht zu schade sein.“ Das bedeutet, er muss sich in allen Stilrichtungen auskennen und entscheiden können, welche Musik zu welcher Marke passt. Ob Folklore, Hip-Hop, Klassik oder Jazz, jeder Stil hat – gleich jedem Instrument – seine ganz eigene Stimmung. „Klischees funktionieren immer“ Um die größtmögliche Bindung an eine Marke zu erreichen, ist es durchaus sinnvoll, sich gängiger Klischees zu bedienen. Nur so lassen sich auch „Allerweltsprodukte“ erfolgreich bewerben. Dabei sind gerade diese Produkte die eigentliche Herausforderung. Und dann demonstriert er auch gleich die Wirkung von Musik in der Werbung, indem er einen Spot präsentiert, der mit drei ganz verschiedenen musikalischen Stilrichtungen unterlegt ist. Spätestens da merkt auch der geneigte Zuhörer: Der gute Ton macht die Marke. Hänsch bezeichnet sich selbst als „Auftragsmusiker“, wobei er im selben Atemzug verschmitzt auf Mozart verweist, der ja nicht anders gearbeitet hat. Doch im Gegensatz zu diesem kann er ganz gut von seiner „Werbemucke“ leben. Das liegt vielleicht auch daran, dass seine Kompositionen noch „handgemacht“ sind. Er gehört eben nicht zu denen, die „die elektronische Schublade aufziehen und sich einen Song am Computer mischen“. Wir kennen sie alle Jan Vorwärts und sein „Friesenlied“ Was bleibt an diesem Abend im Bistro am Alten Deich in Dangast, ist – außer einer Infizierung mit dem spaßigen Ohrwurm – die schöne Erfahrung, dass es Menschen gibt, die mit Liebe und Herzblut an ihre Arbeit gehen und die genau deshalb zu den ganz Großen zählen. Text: Imme Frahm-Harms |














