Marketing-Club Auftragskomponist Reiner Hänsch stellt in Dangast Arbeit vor - Vorbild Haribo-Lied
Von Dirk Von Polenz
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Musik dabei: Reiner Hänsch (Mitte) mit Präsident Helmut Loerts-Sabin (links und Wilhelm Tanke, Geschäftsführer des Marketing-Clubs.
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Dangast - Ein Werbespot ohne Musik ist unvorstellbar, im Gegenteil, die Musik spielt eine tragende Rolle in der Werbung. Sie soll nicht nur den einzelnen Werbespot harmonischeri machen, sondern der Marke ein akustisches Gesicht geben. Reiner Hänsch komponiert in diesem Auftrag. Am Montagabend gab der Musiker beim Marketing-Club Weser-Ems in Dangast (Kreis Freisland) Einblicke in die Arbeitsweise eines Auftragskomponisten.
Der in der Nähe von Varel lebende Hänsch ist eigentlich Musiker, arbeitete aber als Werbetexter und fand durch diese Doppelqualifikation zu seiner jetzigen, sehr speziellen Aufgabe. "Mann muss kreativ sein, aber anders, als der Außenstehende sich das vorstellt", so Hänsch. "Man kann mit einem Hardrock-Ensemble keine Margarine bewerben". Das leuchtete den Zuhörern ein.
Mit Musik werden Assoziationen bedient. Mit Klarinetten wird für Katzenfutter geworben, weil sie ausdrucksstark und lebendig sind, das Klavier transportiert das Attribut "edel", Cello bedeutet "traurig" und Tenorsaxophon "leicht anrüchig". Neben der Instrumentierung ist die Musikrichtung entscheidend. Als konkretes Beispiel zeigte Hänsch einen Werbespot dreimal mit jeweils anderer Musik, die Wirkung war entsprechend unterschiedlich. Gegenprobe: Hänsch spielte einige Soundproben vor und fragte, was man damit wohl bewerben könnte. Ausgefallene Produkte seien leichter zu vertonen als Allerwelts-Artikel, hat Hänsch festgestellt.
Der Werbespot von 30 Sekunden hat eine Dramaturgie, die von der Musik aufgefangen werden muss, "punktgenau aufs Einzelbild". Bis zur finalen Sendefassung ist es ein langer Weg. "Leider wird man oft viel zu spät eingebunden", klagt der Komponist. Auch Änderungswünsche des Auftraggebers gehören zum Geschäft, "man darf nie beleidigt sein, man muss sich der Sache unterordnen", betonte Hänsch schon fast gebetsmühlenartig. Die größtmögliche Bindung an eine Marke mit Hilfe der Musik sei das Ziel. Ein sehr wirksames Mittel, das jedoch mittlerweile als altmodisch gilt, ist der gesungene Jingle. "Haribo macht Kinder froh" kennt jeder. Sogar ohne Text kommt die Botschaft an. In die gleiche Richtung geht noch komprimierter das "Audio-Logo". Bekanntestes Beispiel: Die fünf Töne der Telekom. "An so etwas wird monatelang gearbeitet, oft ohne Erfolg", berichtete Hänsch abschließend im von Thomas Bruns wiedereröffneten Dangaster Bistro "Am Alten Deich".
Übrigens: Um sich abseits der Auftragskompositionen musikalisch auszutoben, ist Reiner Hänsch seit einigen Jahren wieder live mit seiner alten Band "Zoff" unterwegs. Hauptsächlich zum Spaß hat er kürzlich unter dem Namen "Jan Vorwärts" ein Friesland - Musikvideo gedreht.
Quelle: NWZ, 12.11.08
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