Unternehmer macht aus Kunden „Fans“
Mittwoch, 13. Mai 2009
VORTRAG Ahauser Tobias Groten (42) stellt bei Marketing-Club Geschäftsideen vor
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| Tobias Groten |
OLDENBURG/MCK - Bei Tobias Groten ist alles etwas anders. Der Unternehmer aus Ahaus verzichtet beim Verkauf seiner Software auf klassische Vertriebsförderung, den Altersdurchschnitt hält der 42-Jährige bei jungen 28 Jahren, und die Frauenquote ist in seiner technologisierten Firma „Tobit.Software" mit 39 Prozent relativ hoch. Der Marketing-Club Weser-Ems holte Groten für einen Vortrag nach Oldenburg. Sein auf den ersten Blick undurchsichtiges, aber scheinbar erfolgreiches Unternehmenskonzept beruht vor allem auf Beobachtungen der Kundenszene. Marketing ist sei Steckenpferd.
Groten ist mit Softwareentwicklung groß geworden. Der westfälische „Bill Gates", wie ihn Medien unlängst tauften, hat aber eine bunte Gruppe aufgebaut. Er nennt Hotel, Vergnügungspark, Kneipe und Disco sein Eigen.
Dort beobachtet der Ahauser so genannte „Digital Natives", junge Internetnutzer, die mit den digitalen Medien groß geworden sind. „In der heutigen Zeit verändert sich alles mit einer rasenden Geschwindigkeit. Man kann nicht mehr wie früher Zielgruppen ganz bestimmt und koordiniert ansprechen", glaubt Groten. „Vielmehr muss man diesen Leuten zuhören und beobachten, wie sie funktionieren."
„Tobit.Software" hat mittlerweile mehr als 500 000 Kunden. Der 42-Jährige entwickelt Software für den Massenmarkt. „Entweder die Leute wollen mein Produkt, oder sie wollen es nicht", sagt Groten lapidar. Seine Strategie: „Als Unternehmen muss man es schaffen, aus Kunden Fans zu machen. Man muss sie für das Produkt gewinnen und man muss vor allem erreichen, dass sie Freunden und Bekannten davon erzählen." Diese „Fans" seien durch soziale Netzwerke wie studivz, facebook etc. vernetzt wie nie zuvor. „Tobit.Software" baue darauf, Multiplikatoren zu gewinnen, die ihre Software zu einem Selbstläufer machen.
Der Erfolg gibt Groten recht. Seine Anwendungen - beispielsweise für Handysoftware - finden sich nicht selten oben in den Absatzcharts. |